Veröffentlichung Band 64

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Beschreibung

Die reiche armenische Kulturlandschaft steht seit Langem im Interesse der internationalen Archäologie. Einige der eindrucksvollsten archäologischen Denkmäler werden nun nach Unterzeichnung eines Kooperationsvertrages zwischen der Republik Armenien und dem Land Sachsen-Anhalt von Archäologen beider Länder gemeinsam erforscht. In enger Zusammenarbeit konnten im Sommer 2010 drei Projekte begonnen werden. In der Provinz Schirak, im Nordosten des Landes, wurden die Untersuchungen am achämenidischen Palast bei Benjamin wieder aufgenommen und erstmalig auch das Tal bei Hartashen erkundet. Die hohen Erwartungen an die bereits 2009 besichtigten teinreihen von Hartashen konnten allerdings aus zweierlei Gründen nicht erfüllt werden. Die Ergebnisse der flächendeckenden geophysikalischen Prospektion waren durch den geologischen Untergrund bedingt wenig aussagefähig, und die Datierung der Steinreihen in prähistorische Zeit konnte trotz vielseitiger methodischer Ansätze bislang nicht verifiziert werden. Nach eingehender Autopsie scheint der Befund vielmehr auf neuzeitliche Strukturen hinzuweisen. Doch solche »Negativ-Ergebnisse« sind nicht minder bedeutsam. Da der methodische Ansatz konsequent verfolgt wurde, ist auch auf diesem Gebiet ein wesentlicher Erkenntniszuwachs zu verzeichnen. Zudem konnten alle sichtbaren Strukturen des V-förmigen Tales vermessen und durch Luft- bildaufnahmen dokumentiert werden. Aufgrund der Vorarbeiten und Prospektionen an der Fundstelle Benjamin im vergangenen Jahr konnte eine Strategie für die diesjährige Grabungskampagne entwickelt werden, deren primäres Ziel es ist, das Umfeld des bereits durch armenische und französische Archäologen ergrabenen Palastes zu erkunden. Untersucht wird die in der Nachbarschaft gelegene, ebenfalls eisenzeitliche einheimische Siedlung mit dem dazugehörigen Gräberfeld, um insbesondere die Beziehung der ansässigen Bevölkerungen zu den Archämeniden zu erschließen. Maßgeblich neue Erkenntnisse erbrachten die Surveys in der Region um die beiden Goldbergbaureviere Sotk und Fioletovo, obwohl diesem Vorhaben die kürzeste Projektdauer zugewiesen wurde. Neben einem quantitativen Goldsurvey wurden die umliegenden Plateaus archäologisch prospektiert. 18 bislang nicht bekannte Höhensiedlungen konnten auf diese Weise kartiert werden. Da die Untersuchungen um die Mine von Sotk besonders erfolgreich verliefen, wird in diesem Jahr eine Ausweitung der Prospektion sowie ein erster archäologischer Eingriff in einer der nahe der Mine gelegenen Höhensiedlungen im Vordergrund stehen. Neben der Fortsetzung dieses Projekts wird für die Zukunft auch die Erschließung von bislang unbearbeiteten Felsbildregionen