Himmelsscheibe von Nebra mit Muschelkalksockel

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Beschreibung

Die 31-32 cm große und ca. 2,1 kg schwere Himmelsscheibe von Nebra besteht aus Bronze mit Goldauflagen. Sie zeigt die ältesten konkreten kosmologischen Darstellungen der Menschheitsgeschichte. 32 kleine Goldplättchen sind als Sterne zu interpretieren. Sieben davon stellen mit aller größter Wahrscheinlichkeit das Siebengestirn ( Plejaden ) dar. Dieses Sternenbild spielte in der Vorzeit eine wichtige Rolle bei der Bestimmung des Zeitpunktes für Aussaat und Ernte. Auch die >Sonne< und die >Mondsichel< stellen astronomische Objekte dar, sind aber nicht mit Sicherheit zu identifizieren. Die >Sonne< könnte auch der Mond bedeuten, die >Mondsichel< eine partielle Mond- oder Sonnenfinsternis. Seitlich sind zwei goldene Randbögen dargestellt, die als westliche und östliche Horizontbögen aufgefasst werden, die die Sonnenauf- und Sonnenuntergangspunkte im Jahreslauf darstellen. Deren Winkel von etwa 82° entspricht dem Sonnenlauf für die frühe Bronzezeit auf der geographischen Breite Sachsen Anhalts. Das gefiederte sichelförmige Element kann als mythische Sonnenbarke, die zwischen Sonnenaufgang und -untergang hin- und herfährt, gesehen werden. Bei der Fiederung handelt es sich höchstwahrscheinlich um die Darstellung von Rudern. Ein versetzter und zwei von einem der Horizontbögen überdeckte Sterne deuten darauf hin, dass die Himmelsscheibe einer Konzeptionsänderung unterzogen wurde, zu der auch die Anbringung der beiden Horizontbögen gehörte. Die Himmelsscheibe gilt als Schlüsselfund der Archäologie, der Archäoastronomie und der frühen Religionsgeschichte. Die zusammen mit der Scheibe gefundenen Bronzeobjekte ( 2 wertvolle Schwerter, 2 Beile, 1 Meisel, 2 Armspiralen) erlauben eine Datierung des Fundkomplexessin die ausgehende Frühbronzezeit (ca. 1600 v. Chr.)

Die Funde waren 1999 von Raubgräbern in einer kreisförmigen Ringwallanlage auf den Mittelberg im Ziegelrodaer Forst bei Nebra (Burgenlandkreis und Lkr. Merseburg Querfurt, Sachsen-Anhalt) entdeckt und anschließend verkauft worden. Im Jahre 2002 gelang es der Schweizerischen Polizei in Zusammenarbeit mit dem Landeskriminalamt Sachsen -Anhalt und der Staatsanwaltschaft, die Hehler in Basel zu verhaften und die Himmelsscheibe mit Beifunden sicherzustellen.

Die Nachbildung der Himmelsscheibe beruht auf dem heutigen Erscheinungsbild der Himmelsscheibe von Nebra. Dieses ist durch grüne Korrosion (Folge der Lagerung im Boden) und starke Zerstörungen (Folge der Raubgrabungen) gekennzeichnet.

Die verkleinerte Scheibe hat eine Stärke von 3mm und einen Durchmesser von 125mm. Sie besteht aus verkupferter Zinnlegierung, die anschließend patieniert und galvanisch teilvergoldet wurde. Der weiße Sockel ist aus Muschelkalk gefertigt.

Die Bronzeoberfläche war ursprünglich sicher nicht grün und höchstwahrscheinlich auch nicht bronzefarben, da metallische Bronze keinen guten Farbkontrast zu den Goldblechen ergibt. Es wird daher angenommen, dass die Bronzescheibe einst dunkelpatieniert war- oder mit einer Silberfarbenen Zinnschicht überzogen war, was nach derzeitiger Forschung jedoch noch nicht gesichert ist. Dunkle Patinierungen sind mit den zur frühen Bronzezeit zur Verfügung stehenden Techniken einfach auszuführen, z.B. durch Erhitzen der Scheieb im Feuer mit anschließender Politur oder durch Behandlung mit schwefelhaltigen Fäulnisprodukten.